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Asseburgfest 2011
Am 17. Und 18. September 2011 fand im niedersächsischen Wittmar unweit der
Ruinen der Asseburg, der einst größten norddeutschen Höhenburg, das IV.
Asseburgfest statt.
Meine Anfahrt führte mich über Wolfenbüttel über die B 79 Richtung Wittmar.
Der Weg zum Burgfest war gleich am Ortsausgang ausgeschildert, und von
freundlichen Helfern wurde ich zu den kostenlosen Parkplätzen, meist am
Straßenrand, geleitet. Das Wetter war schön, und ich fand, dies war ein
guter Anfang. Ich parkte das Auto und machte mich zu Fuß auf den Weg
Richtung Eingang.
Dort erwarteten mich zwei sehr freundliche und charmante Damen, leider nicht
gewandet unter einem Gartenpavillon, die meinen Hund bewunderten, mir 2 Euro
Eintritt abnahmen und mich mit Info-Material versorgten. Ein Stempel wurde
mir liebevoll auf den Handrücken gedrückt und weiter gings die Straße hoch.
Unter einer Betonbrücke hindurch ging's dann in das kleine Tal, in dem
eingerahmt von bewaldeten Hängen der Asse das Burgfest stattfand.
Die Burg bzw. ihre Überreste war nicht zu sehen, dafür fiel mein Blick nach
links auf eine geschotterte Fläche, die sonst wohl als Parkplatz dient. Auf
ihr befanden sich mehrheitlich gewöhnliche Trink- und Essbuden, nicht
mittelalterlich gestaltet , sondern eben die bekannten Baulichkeiten jedes
Dorffestes. Personal natürlich nicht gewandet. Hu, bei dem Anblick kam so
gar keine Mittelalterstimmung auf. Zwar gab es auch einige Mittelalterstände
und hier stand auch die Bühne, auf der später Musik von Musica Vulgaris,
Gaukelei von Aptus Ludus und historisches Puppentheater stattfand, dennoch:
Ich fands auf der Seite fürchterlich, für ein Burgfest bzw. einen
mittelalterlichen Markt absolut unpassend. Für mich eine fürchterliche
Optik.
Auf der gegenüberliegenden Seite fand ich dann aber auf einer Wiese den Ort
des mittelalterlichen Lagers, und der versöhnte mich etwas, wenn auch aus
dem Badezelt unübersehbar ein Edelstahlschornstein ragte… Dennoch dachte ich
darüber nach, ein wenig zu baden, die Mägde waren recht attraktiv, aber ich
hatte ja den Hund dabei…
Im Lager traf man dann friedlich beieinander zeltende Wikinger, spätere
Normannen, Hospitaliter, den Deutschen Ritterorden und weitere Darsteller.
Schöne Lageratmosphäre, Handwerker gaben Einblick in ihre Kunst und
beantworteten bereitwillig Fragen. Das war sehr stimmungsvoll, lehrreich und
schön. Obwohl, friedlich, na ja, es wurde auch ein wenig gekämpft… Wie es
sich gehört. Das war an dieser Stelle ein hübsches Lager in schöner Kulisse.
Und auch für Kinder war gesorgt, es gab kleine Holzschwerter und
Bogenschiessen.
Graf Gunzelin gab sich die Ehre, zumindest der für dieses Fest angeheuerte
Darsteller, der den berühmten Grafen passend darstellte und der meinen in
einigen Momenten streitlustigen Hund gern in einem Kampf gesehen hätte. Ich
aber nicht.
Und obwohl die Kommunalwahlen in Niedersachen gerade vorbei waren, tauchte
auch der SPD-Chef Siegmar Gabriel freundlich lächelnd auf dem Burgfest auf,
nebst Leibwächtern und Gefolge, um die Huldigung des Wahlvolkes entgegen zu
nehmen, wie böse Zungen behaupteten. Begrüßt wurde er von Graf Gunzelin,
ebenfalls mit Gefolge. Siegmar mischte sich dann im Lager unters Volk,
fragte hier, redete dort, ein Politiker gab sich, Hände in der Hosentasche,
volksnah und entspannt.
Und wer mochte und sich fragte „Warum Burgfest?“, der konnte sich einer
Führung zur Ruine der früher uneinnehmbaren Asseburg anschließen, die ein
Stück Fußweg entfernt auf einem Sattel der Asse zu finden ist. Was aber die
Frage nicht beantwortet, denn das Fest findet zwar in der Nähe der Burg
statt, nicht aber in ihr. Hier werden vielleicht nicht ganz richtige
Erwartungen geweckt, ein Burgfest ist dann doch noch etwas Anderes.
Mein Fazit: Ein netter kleiner Markt mit freundlichen Menschen in schöner
Umgebung. Vorbildlich der niedrige Eintrittspreis und das kostenlose Parken.
Wenn man die Problematik der lieblosen Bierbuden in den Griff bekommt, noch
mehr Handwerker und Gewandete, dann wird er richtig gut.
Nicht schön war, dass Gewandete laut Ankündigung der Veranstalter das Fest
nur nach Anmeldung besuchen durften und sonst mit Abweisung an der Kasse
gedroht wurde. Das hat sicher so manchen vom Besuch abgehalten.
Authentizität, das in der Mittelalterszene berühmte „A“, ist in Ordnung,
aber die Bierbuden, der Edelstahlschornstein oder ein Darsteller mit einem
Sutton Hoo Helm aus dem 7. Jahrhundert zum Beispiel passen da nicht zum
erklärten Anspruch der Veranstalter. Da gibt’s noch zu tun.
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Zitat zum Bericht
Gewandete Besucher
Auch als gewandeter Besucher können Sie sich an den Aktivitäten des
Asseburgfestes beteiligen. Hierzu ist eine vorherige Anmeldung
zwingend notwendig. Senden Sie uns eine E-Mail an die Marktvogtei
mit einer kurzen Beschreibung dessen, was Sie darstellen. Von einem
Erscheinen in historischer Gewandung außerhalb des gesteckten
Zeitrahmens (Schwerpunkt 10. bis 13. Jahrhundert) bitten wir Abstand
zu nehmen.
Kostümierte Besucher
Wir bitten unsere Gäste, uns ausschließlich in Kleidung des 21.
Jahrhunderts zu besuchen und von Fantasy-, Larp- oder
Pseudomittelalterkleidung Abstand zu nehmen.
Link:
http://www.asseburgfest.de/das-burgfest/mitmachen.html
Zitat Ende
Bilder
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