Auf dem Weg zur deutschen Kernkraftwende?

Das Land, das stark von russischem Gas abhängig ist, untersucht die Verlängerung der Lebensdauer dieser letzten Kernkraftwerke, die dieses Jahr geschlossen werden.

Die Lecks sind noch nicht gebrochen, aber sie sind gerissen. Auf die Frage nach der Energiezukunft Deutschlands versprach der grüne Bundesminister für Wirtschaft und Klima Robert Hebeck, er werde sich künftig nicht „ideologisch“ gegen eine mögliche Nutzung der Kernenergie stellen.

Im leeren Raum erwägt die Bundesregierung die beste Strategie, um auf russisches Gas zu verzichten, das die Hälfte ihres Verbrauchs ausmacht. „Wir können in diesem Winter und in diesem Sommer auf russisches Gas verzichten, aber wir müssen unsere Einkaufsstrategie für den nächsten Winter deutlich erweitern“, unterstrich Robert Hebek in der ARD.

Nicht für den nächsten Winter

Berlin erwägt, die Abschaltung der letzten drei Kernkraftwerke (Emsland, Isar, Neckerwestzeit) zu verschieben, die theoretisch noch in diesem Jahr abgeschaltet werden sollen.

Aber Robert Hebeck warnt: „Atomkraft wird uns für den Winter 2022/23 nicht helfen.“ Tatsächlich sind die Vorkehrungen nach Angaben der Betreiber so weit fortgeschritten, dass die Kernreaktoren nicht sicher weiterfahren können.

„Es ist nicht unsere Absicht, den Betrieb unseres Kernkraftwerks ISAR 2 über die gesetzliche Frist von 2022 hinaus fortzusetzen“, sagte Eon-Sprecherin Rheinische der Post.

Die Frage einer Rückkehr zur Atomkraft in Deutschland ist noch kein Thema, auch wenn erste Stimmen wie der sächsische Ministerpräsident Michael Gretchmer (CDU) das Land aufgefordert haben, seine Position in dieser Frage zu überdenken.

Kohleprämie

Die letzten drei Anlagen wurden 1988 in Betrieb genommen, die sich dem Alter von 40 Jahren nähern. In diesem Fall hat die Katastrophe von Fukushima die Deutschen dazu veranlasst, die Atomkraft aufzugeben.

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Neben erneuerbaren Energien setzt das Land hauptsächlich auf verflüssigtes Erdgas (LNG), um seine Versorgung zu diversifizieren. Dieses Gas kann auch aus Katar, den Vereinigten Staaten oder Kanada stammen, aber LNG-Häfen sind erforderlich, um es zu verarbeiten. Präsident Olaf Scholes hatte bereits Anfang Februar angekündigt, den Bau von LNG-Terminals im Land beschleunigen zu wollen.

Der andere große Gewinner dürfte die Kohle sein, deren Verbrauch weiterhin den Kraftwerken zugeführt werden soll. Das Land wollte 2030 aus der Kohle aussteigen.

Thomas LeRoy Journalist BFM Business

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