Automatisch: Hersteller versuchen, ihre innere Intelligenz zu kontrollieren

Der Kampf um Schwedens Veoneer, der sowohl vom Chiphersteller Qualcomm als auch vom Autozulieferer Magna International begehrt wird, steht beispielhaft für die Herausforderungen, denen sich die Automobilindustrie heute gegenübersieht.

Veoneer vertreibt Fahrerassistenzgeräte (Kameras, Sensoren etc.), vor allem aber betrifft das Softwaregeschäft beide Konzerne. Denn selbstfahrende Funktionen sowie generell die gesamte in Autos eingebaute Software werden für die Autos von morgen von entscheidender Bedeutung sein.

Serviceumsätze

Die Integration der In-Car-Elektronik ist nichts Neues, aber sie nimmt mit dem elektrischen und vernetzten Fahrzeug Fahrt auf. In modernen Autos bereits zur Steuerung von Fensterhebern, Bremshebeln oder sogar Informations- und Unterhaltungstools eingesetzt, ist es auch in Elektroautos notwendig, beispielsweise Energiesysteme für Batterien zu verwalten.

Laut einer Studie von Roland Berger steigen die Halbleiterkosten, die bei einem Diesel- oder Benzinfahrzeug 16% des Gesamtpreises ausmachen, bei einem Elektrofahrzeug auf 35%.

Aber das ist nur der Anfang. PwC schätzt, dass der Anteil der Software am Wert des Autos im Jahr 2030 auf 60 % steigen wird. Die Elektronik wird es ermöglichen, Fahrassistenzfunktionen zu steuern, dank Fahrzeugen, die selbst anhalten oder ihre Fahrspur korrigieren – einen Tag früher. Seien Sie völlig unabhängig. Aber es wird es auch ermöglichen, wie die Akteure des Sektors hoffen, Dienstleistungen anzubieten, die eines Tages wahrscheinlich erhebliche Einnahmen generieren werden.

Abonnements, Autovermietung, On-Demand-Abrechnung für bestimmte Funktionen, Flottenmanagement-Assistenz und automatisierte Taxis: Der deutsche Gigant Vokswagen gab bei seiner strategischen Präsentation Mitte Juli bekannt, dass er hofft, 15 % seiner Einnahmen aus softwarebezogenen Dienstleistungen zu erzielen im Jahr 2030. Bezogen auf den letztjährigen Umsatz können dies mehr als 30 Milliarden Euro ausmachen!

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Tolle Manöver

Experten sehen großes Potenzial, und jeder will ein Stück vom Kuchen. In diesem Fall begannen die Hauptmanöver im Sektor. OEMs wie Magna möchten sich mit den Fähigkeiten ausstatten, um sich in diesen Aktivitäten zu stärken. Technologieunternehmen oder Chiphersteller wie Qualcomm sehen darin eine neue “Geschäftsgelegenheit”.

Aber die Hersteller selbst sind nicht ausgeschlossen. Sie wollen nicht das verschenken, was morgen einen großen Teil des Wertes von Autos ausmachen wird, und sie haben begonnen, in Software zu investieren. Tesla hat mit seinem Model S und anderen Model 3, die bereits mit „Smartphones auf Rädern“ vergleichbar sind, eine Vorreiterrolle übernommen.

Modelle, die auf einer zentralen Software basieren, die alle Fahrzeugfunktionen verwaltet und aus der Ferne aktualisiert werden kann. Volkswagen hat den kalifornischen Hersteller beim letztjährigen Symposium “Mission T” zum Vorbild, wenn nicht sogar nachgeholt.

27 Milliarden Euro hat der Wolfsburger Hersteller bis 2025 in die Digitalisierung des Unternehmens und seiner Produkte investiert. „Die Botschaft ist klar: Volkswagen wird zum Technologiekonzern“, betont Vorstandsvorsitzender Herbert Dies. Die Gruppe gründete eine dedizierte Einheit namens Cariad (ehemals Car. Software), die 10.000 Ingenieure beschäftigen wird, die für die Entwicklung von 60 % der Unternehmenssoftware (heute 10 %) verantwortlich sind.

strategische Partnerschaft

Sie alle träumen davon, Technologiekonzerne zu werden. Ein weiterer großer Weltriese, Toyota, stellte 2016 den Google-Robotik-Spezialisten James Kovner ein, der an selbstfahrenden Autos arbeitet, aber auch zentrale Software für die Autos des Konzerns entwickelt. Seine Abteilung für künstliche Intelligenz, Woven Planet, arbeitet daran, Akquisitionen und Partnerschaften zu verstärken (Lyft, SoftBank, Didi, Carmera usw.).

Stellantis, das seine Strategie in den kommenden Monaten veröffentlichen wird, hat bereits angedeutet, dass das Programm eine wichtige Säule sein wird. Im Januar ernannte er einen Director of Software (Yves Bonfonte), der direkt an General Manager Carlos Tavares berichtet, und er ernannte gerade Ned Couric zum Chief Technology Officer bei Amazon.

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Ebenso hat Renault, das bereits rund 2.000 Software-Ingenieure beschäftigt, einen wissenschaftlichen Direktor ernannt, der direkt aus der Tech-Welt kommt: Luke Julia, einen ehemaligen Samsung- und Apple-Mitarbeiter, für den er den Sprachassistenten Siri entwickelt hat.

Da traditionelle Hersteller ihre Fähigkeiten im eigenen Haus erwerben, zögern sie nicht, mit großen Namen der Technologie zusammenzuarbeiten. Stellantis hat die Gründung eines Joint Ventures mit Foxconn, einem taiwanesischen Aggregator von Apple iPhones, angekündigt, um „digitale Cockpits“ und damit verbundene Dienste zu entwickeln. Volkswagen hat sich mit Microsoft für die „Cloud“ und Renault mit Google für das Infotainment-System (mit seinen Partnern Nissan und Mitsubishi) zusammengetan. Viele strategische Partnerschaften, die es Herstellern ermöglichen, sich gegen die Konkurrenz von Spielern aus allen Gesellschaftsschichten zu behaupten.

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