Bernhard Burgener: wenn Leidenschaft und Beruf aufeinandertreffen

Wie Bernhard Burgener seine Leidenschaft zum Beruf machte.

Bernhard Burgener hat zuletzt vor allem in der Medienwelt des Sports Schlagzeilen gemacht. Eigentlich bevorzugt der zurückhaltende Schweizer Medienunternehmer und ehemalige Besitzer des FC Basel ein Leben fernab des Rampenlichts.

Ein Medienmogul, der seit Jahrzehnten hinter den Kulissen für den Aufbau seines Unternehmens „Highlight Communications“ gearbeitet hat. Seine Karriere in der Medien- und Kommunikationsbranche hat er sich 1983 aufgebaut durch den Besitz von „Rainbow Video AG“, eine schlichte Kette von Videotheken.

Der Selfmademan wird im November 2020 vom Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ unter den 300 reichsten Schweizern gelistet.

Angefangen hat alles in Basel wo Burgener in ärmlichen Verhältnissen ohne Auto und Fernseher aufwächst, aber in unmittelbarer Nähe von einem Fussballstadion.

Bernhard Burgener etablierte den Videothekenmarkt in der Schweiz

Burgener und seine zwei Partner waren von Anfang an davon überzeugt, dass Leute eher eine Videokassette günstig ausleihen würden, anstatt für viel Geld eine solche zu kaufen. Damit sollten sie recht behalten.

Der Videoverleih war zu damaligen Zeiten eine brandneue Idee.

Das Trio hat damals einen Kredit von 100.000 Schweizer Franken aufgenommen, das Konzept gefiel der Bank. Der Kredit wurde bewilligt. Zu ihrer Überraschung lief die Idee besser als erwartet.

„Damals waren es Goldgräberzeiten“, erinnerte sich Burgener. „Wir wurden von Kunden überrannt“. Nach nur zweieinhalb Monaten war bereits das geplante Jahresergebnis eingespielt.

Burgeners Erfolg in der Videobranche setzte sich mit seiner Innovation der Videoautomaten im Jahr 1986 fort. Die Automaten wurden an Dutzenden von Standorten in der Schweiz aufgestellt und ermöglichten den Kunden von 200 Filmen zu jeder Tages- und Nachtzeit zu wählen.

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Zwei Jahre nach der Gründung von Rainbow Video AG expandierte die Firma auch nach Österreich.

Highlight Kommunikation: Deutscher Film-, Sport- und Eventmarketing Riese

Bis 1987 gab das Trio einen Jahresumsatz von 15 Millionen Schweizer Franken an. Im Alter von 30 Jahren war Burgener nun Millionär und bestritt einen klaren Karrierepfad im Handel mit Filmrechten.

Im Jahr 1989 kaufte er Aktien in dem Unternehmen „Highlight Communications“. Ein paar Monate nachdem die Firma im Jahr 1999 bekannt wurde, wurde sie schon auf eine Milliarde Schweizer Franken an der Deutschen Börse geschätzt.

Der Hauptsitz der Firma ist in Pratteln in der Schweiz, nicht weit entfernt von Basel. Durch seine operativen Tochtergesellschaften hat sich die Firma auch in Film-, Sport- und Eventmarketing etabliert.

Im Jahre 2002 hat die Firma dann auch noch das Unternehmen „Constantin Film AG“ übernommen. Constantin Film AG hat in den letzten 15 Jahren 39 der 100 erfolgreichsten Filme in Deutschland veröffentlicht. Burgener dominiert nun die gesamte Marketingkette der deutschsprachigen Länder im Bereich Kino, Fernsehen, Video und DVD.

Durch die Tochtergesellschaft „Team Marketing AG“ und im Auftrag der Union of European Football Associations (UEFA) ist Highlight Communications mit Burgener der exklusive Vermarkter der UEFA Champions League, der UEFA Europa League und der UEFA Super Cup.

Bernhard Burgeners Verbindungen zu UEFA, Eurovision und Resident Evil

Highlight Communications ist durch die Tochtergesellschaft Team Marketing AG auch der Vermarkter von Veranstaltungen wie die Wiener Philharmoniker und der Eurovision Song Contest.

Dies sind einige der größten und meistgeschauten Veranstaltungen in Europa.

„Ich habe mich immer an große Marken gehalten. Champions League, Europa League, Wiener Philharmoniker, Eurovision Song Contest und Constantin Film sind solche”, erklärte Bernhard Burgener.

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Die Filmproduktionsfirma Constantin ist in Deutschland bekannt für Filme wie „Der Schuh des Manitu“, „Traumschiff Surprise – Periode 1“, „Fuck ju Göhte“ und beiden Fortsetzungen.

Während Constantin Film die Kino-, Fernseher- und Videoindustrie in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich dominiert, gab es auch international Erfolge. Wie zum Beispiel die bekannte Filmreihe „Resident Evil“.

„Resident Evil“ zählt zu der weltweit erfolgreichsten Filmreihe, die auf einem Videospiel basiert und ist das zweitgrößte Horror-Franchise aller Zeiten.

TV-Rechte in der Königsklasse vermarkten

Jüngst macht Burgener mit TEAM Marketing Schlagzeilen als es ihm erfolgreich gelungen ist einen miliardenschweren Deal an Land zu ziehen.

TEAM Marketing hat die globalen Vermarktungsrechte an der UEFA Champions League der Männer für den Rechtezyklus 2024-27 behalten. Die Medienverkaufsrechte für die USA hat TEAM aber an die Relevent Sports Group, USA abgeben müssen.

Der Vergabe der Rechte an TEAM Marketing ging ein Ausschreibungsverfahren voraus, an dem alle großen Rechteagenturen interessiert waren. Im vergangenen Jahr meldete die UEFA Einnahmen in Höhe von 2,73 Milliarden Euro aus ihren Klubwettbewerben für Männer – im Wesentlichen die Champions League und die Europa League -, womit der Verkaufsvertrag der mit Abstand lukrativste in der Welt des Fußballs ist.

Auch wenn TEAM erstmals einige Rechte mit einer anderen Agentur teilt, wird TEAM weiterhin weltweit den Verkauf der großen Medien-, Sponsoring- und Lizenzrechte leiten.

Geschäftliches jenseits des Kinos

Nicht zu vergessen ist Burgeners Auge für Geschäftliches und Schönes jenseits des Kinos. Denn im Jahr 1990 investierte der geschätzte Geschäftsmann in ein stillgelegtes Marmorwerk in Südtirol mit dem Ziel, die Tradition der Lechner-Marmorbrüche im Laaser Tal wiederzubeleben. Der Marmor dieser Firma wurde für den Bau der U-Bahn-Station „Ground Zero“ in New York genutzt und ist noch heute dort zu finden.

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