Das „Netflix-Gesetz“ ist für das französischsprachige Kino von entscheidender Bedeutung

Das Kino hat seit seiner Erfindung im Jahr 1895 drei große Revolutionen durchgemacht. Klang, Farbe und Form haben sich in letzter Zeit verändert. Heute kann ein Film im Kino oder zu Hause per Streaming angesehen werden. Streaming-Plattformen wie Netflix wetteifern um die Macht mit den Studios, die Hollywood berühmt gemacht haben, deren Vormachtstellung jedoch veraltet ist. Diese Plattformen übertragen Filme und beteiligen sich auch an der Produktion. Zuvor zurückhaltend sind The Greatest Characters mit Netflix oder HBO auf Tour. Natürlich sollten Filme im Kino gesehen werden. Aber die Serie? in Frankreich, Marseille (mit Depardieu), Lupine (mit Omar Si) oder zehn Prozent (Der gesamte Filmführer) Ich habe Netflix viel zu verdanken. Das Wirtschaftsmodell und die Form ändern sich mit der Nutzung. Dies betrifft uns direkt und steht im Herbst auf der Liste des nationalen Parlaments.

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Direktinvestitionen erhöhen

Der Bundesrat will im Programm Kultur 2021-2024 eine Steuer von 4% auf die Einnahmen von Online-Sendern in der Schweiz erheben, sofern diese nicht selbst (und im gleichen Verhältnis) unabhängige Schweizer Produktionen unterstützen. Der Ständerat hat es akzeptiert. In der Nationalversammlung werden jedoch Stimmen gegen den 4%-Satz zugunsten der 1%-Alternative erhoben. Dies hat keine Bedeutung. Ziel des «Netflix-Gesetzes» (eigentlich einer Änderung des Filmgesetzes) ist es, Direktinvestitionen in den unabhängigen Schweizer audiovisuellen Sektor zu fördern, die Zahl der Schweizer Produktionen zu erhöhen und die Produktarten zu diversifizieren, die von großen internationalen Konzernen unterstützt werden, die zudem , weltweit verteilt werden.

Die vom Bundesrat vorgeschlagenen 4% basieren auf dem tiefen Durchschnitt

Dieser Mechanismus ist woanders. Die vom Bundesrat vorgeschlagenen 4% basieren auf dem tiefen Durchschnitt. Frankreich schwankt zwischen 20 % und 25 %, plus einer Investitionszusage von 5,15 %. Die italienische Steuer beträgt 10 %. Deutschland erhebt eine Steuer von 2,5 % für Kinowerbung, jedoch keine Kapitalrendite. Schweizer Fernsehsender unterliegen bereits einer ähnlichen Steuer von 4%. Was sich mit der Kinogesetz-Novelle ändert, ist der Spielraum, denn auch ausländische Sendeplattformen werden ihr unterliegen. Das Argument, dass sie die Abonnementpreise entsprechend erhöhen werden, ist nicht relevant. Berechnungsgrundlage ist in den betrachteten Ländern die durchschnittliche Kaufkraft und nicht die Steuerhöhe.

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Schwelle 4%

Ein Limit von 4% könnte es Plattformen wie Netflix ermöglichen, neue Schweizer Serien in großen oder ganzen, insbesondere in der Romandie, zu finanzieren. Eine Rate von 1% reicht nicht aus, um neue Kreationen anzuregen. Die Romandie bleibt im Vergleich zur Deutschschweiz eine bescheidene Senke, und in Zürich koproduziert Netflix derzeit seine erste Schweizer Serie. Vögel morgen. Zu seinen Partnern zählt CH Media (unter anderem 13 TVs), eine Gruppe, die sich zudem darauf vorbereitet, bis Ende des Jahres eine eigene Plattform zu lancieren.

In der Romandie gibt es nichts Vergleichbares. Der Beitrag der Kantone zum Kino in all seinen Formen wird über die Stiftung Cinéforom eingezahlt, die zur Hälfte von Genf finanziert wird. Im Jahr 2019 hat diese Institution Ernst & Young beauftragt, die wirtschaftliche Dimension der audiovisuellen Produktion besser zu verstehen. Es scheint, dass eine zwischen 2013 und 2017 gewährte Finanzinvestition von 39 Millionen Franken 122 Millionen Franken in der Wirtschaft (Technik, Dienstleistungen, Hotels, Verkehr usw.) generiert hat, Arbeitsplätze nicht mitgerechnet. Es besteht die Möglichkeit, diese Branche vor Ort zu stärken, indem GAFA ermutigt wird, in sie zu investieren. Die Senkung des Projekts “Netflix-Steuer” von 4% auf 1% bedeutet eine starke und entschädigungslose Absenkung der Steigung.

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