Deutschland: Die Wirtschaft stagnierte im vierten Quartal und wuchs 2022 um 1,9 %

BERLIN (Reuters) – Deutschlands Wirtschaft stagnierte im vierten Quartal und wuchs im gesamten Jahr 2022 um 1,9 Prozent, sagte das statistische Bundesinstitut Destatis am Freitag und deutete an, dass das Land zumindest in diesem Winter knapp einer Rezession entgehen könnte.

Der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Gesamtjahr um 1,9 % lag leicht über der Medianprognose der von Reuters befragten Ökonomen, die für 2022 ein Wachstum von 1,8 % prognostizierten.

„Der Wirtschaftseinbruch in der Wintersaison wird nach den uns vorliegenden Daten moderater und kürzer ausfallen als erwartet“, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck in einem Monatsbericht an das Ministerium.

Für Thomas Getzel, Ökonom bei der VP Bank, ist es möglich, „eine Rezession hinauszuzögern“, aber es ist unwahrscheinlich, dass sie nicht vermieden wird.

Eine Rezession wird im Allgemeinen als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts definiert. Die Nullwachstumszahl im vierten Quartal ist die erste Schätzung, die weiter revidiert werden könnte.

Es mehren sich jedoch die Anzeichen, dass die deutsche Wirtschaft den Schock durch den russischen Einmarsch in die Ukraine, der die deutsche Gasversorgung massiv unterbrach, besser übersteht als erwartet.

Die deutsche Geschäftsstimmung stieg laut einer Umfrage im letzten Monat im Dezember stärker als erwartet, und die Inflation verlangsamte sich im Dezember den zweiten Monat in Folge auf 9,6 % im Jahresvergleich, vor dem Hintergrund sinkender Energiepreise und öffentlicher Hilfen für Haushalte.

Im Jahr 2022 wird das öffentliche Defizit Deutschlands 2,6 % des BIP im Jahr 2022 betragen, berichtete Destatis.

(Berichterstattung von Miranda Murray und Maria Martinez, mit Beiträgen von Reinhard Becker, Klaus Lauer und René Wagner; Schreiben von Paul Carrel; Französische Version von Dina Cartet; Redaktion von Blandin Henault)

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