Deutschland durchsucht das Eigentum russischer Oligarchen im Rahmen von Geldwäsche-Ermittlungen

Mehr als 250 Beamte durchsuchten eine scheinbar verlassene Villa im noblen Ferienort Rottach-Egern am Ufer des Tegernsees.

„Alle Anschuldigungen von Herrn Usmanov wegen Steuerhinterziehung sind unbegründet, falsch und mindern seine Ehre, Würde und seinen Ruf, die Herr Usmanov mit allen verfügbaren rechtlichen Mitteln verteidigen wird“, sagte Usmanov in einer Erklärung.

Usmanow wurde nach der russischen Invasion in der Ukraine am 24. Februar auf die westliche Sanktionsliste gesetzt.

Der 69-Jährige, der in mehreren Branchen tätig ist und laut dem Magazin Forbes über ein Nettovermögen von 14,6 Milliarden US-Dollar verfügt, steht im Mittelpunkt zweier getrennter Ermittlungen zu seinen Finanzen in Deutschland.

Die Durchsuchungen richteten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen den russischen Geschäftsmann, der verdächtigt wird, zwischen 2017 und 2022 ein „weit verbreitetes und komplexes Netzwerk von Unternehmen und Konzernen“ genutzt zu haben, um die Herkunft mehrerer Transaktionen zu verschleiern.

„Jede Behauptung, Herr Usmanov habe Briefkastenfirmen benutzt, um Gewinne zu erzielen, ist eindeutig falsch und diffamierend“, sagte die Pressestelle von Usmanov.

In einer Erklärung, in der Usmanov nicht genannt wurde, sagte die Staatsanwaltschaft, die Geschäfte hätten sich auf mehrere Millionen Euro belaufen. Informierte Quellen bestätigten, dass die Villa auf den Namen von Usmanov registriert ist.

Usmanovs Pressedienst sagte, er besitze keine Immobilien in Deutschland. „Das fragliche Eigentum befindet sich in Familientrusts, und Herr Usmanov profitiert nicht davon.“

In einem separaten Ermittlungsverfahren vermutet die Staatsanwaltschaft München, dass Herr Usmanov auch nach Aufnahme in die EU-Sanktionsliste eine Sicherheitsfirma mit der Überwachung von finanzrelevanten Liegenschaften in Oberbayern beauftragt hat.

Die Staatsanwaltschaft München sagte, seine Zahlung an diese Sicherheitsfirma hätte gegen das Verbot der Verwendung eingefrorener Gelder verstoßen.

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Gegen die Wachen und Leiter der Sicherheitsfirma, deren Namen die Behörden nicht preisgaben, wird ebenfalls ermittelt.

Die Behörden sagten, die Razzien am Mittwoch erstreckten sich auf drei Bundesländer und die Stadt Hamburg.

Der NDR berichtete, dass die 156 Meter lange Jacht Dilbar, die laut Behörden Usmanovs Schwester gehört und ebenfalls sanktioniert wird, in der Nacht vom Hamburger Hafen nach Bremen geschleppt wurde. . Sein Vermögen beläuft sich laut Bundeskriminalamt auf eine halbe Milliarde Euro.

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat Deutschland im Rahmen der EU-Sanktionen gegen russische Bürger Vermögenswerte im Wert von mindestens 4,88 Milliarden Euro eingefroren, so die Zeitung Spiegel unter Berufung auf ein Dokument des Wirtschaftsministeriums.

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