Die Credit Suisse treibt den Aktienmarkt über die Greensel-Affäre an

Zürich (AWP) – Die Credit Suisse (CS) trägt weiterhin die Hauptlast der Katastrophe des britischen Finanzunternehmens Greensel. Die Anleger sind eindeutig besorgt darüber, inwieweit die zweite Schweizer Bank die Verluste des Supply-Chain-Finance-Spezialisten, der am 8. März Insolvenz angemeldet hat, überstehen muss.

An der Schweizer Börse beendete die Bewegung der Credit Suisse die Sitzung am Freitag mit einem Minus von 2,5% bei 12,08 CHF, und der rote SMI-Index fiel um 0,40%.

Grundsätzlich ist das Problem zu hören: Das Verlustrisiko liegt bei den Anlegern und nicht beim Fondsmanager, in diesem Fall bei der Credit Suisse. Dies gilt insbesondere für Fonds, die ausdrücklich für „qualifizierte Investoren“ vorgesehen sind, sagte der Berner Wirtschaftsrechtsprofessor Peter Kunz am Freitag gegenüber AWP.

Tatsächlich “sollten diese Investoren die Risiken kennen, die sie eingehen”, fuhr er fort. Die Credit Suisse kann jedoch auf Probleme stoßen, wenn beim “Erstellen” von Fonds ein Fehler auftritt.

Letztere investierten in Lieferantenansprüche gegen Unternehmen. Die von Greensel ausgewählten Wertpapiere waren dabei versichert, während die Greensel Bank laut einem Dokument der Credit Suisse auch eine Rolle als Partei des Prozesses spielte. Die Bank wurde inzwischen von der deutschen Finanzaufsicht (Bafin) geschlossen.

Die Verantwortung ist fraglich

In einem Dokument, das Mitte der Woche an die Anleger versandt wurde, stellte die Credit Suisse die möglichen Auswirkungen des Betrugs von Greensel auf das Konto der Versicherer in Frage und erklärte, sie untersuche “alle Aspekte”, die sich auf die Bewertung der Anlage auswirken könnten.

Aber selbst im Falle eines Betrugs seitens des britischen Unternehmens wird dies die Credit Suisse als Fondsmanager nicht automatisch betreffen, glaubt Koons. Nach Ansicht des Wirtschaftsrechtsexperten kann eine zweiseitige Bank nur dann zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie es wusste – oder zumindest hätte wissen müssen.

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Am Tag zuvor erfuhren wir, dass ein australischer Hedgefonds gegen die Aktion der Credit Suisse gewettet hatte und erwartete, dass die Schweizer Bank laut Bloomberg Verluste in Milliardenhöhe ihrer Kunden zurückzahlen müsste.

Mehrere Medien spekulieren über die Auswirkungen des Problems auf Managementebene, wobei der Hauptrisikomanager der Credit Suisse in Sicht ist. Letztere ignorierte den Rat ihrer Kollegen in London und unterzeichnete laut Financial Times im Oktober persönlich einen Kredit in Höhe von 140 Millionen US-Dollar.

In einer Notiz überarbeitete der US-Bankenriese Goldman Sachs seinerseits seine Empfehlung zum Kauf des Titels und schätzte, dass seine aktuelle Wertentwicklung die Explosion der gesetzlichen Risikovorsorge nicht berücksichtigt, die in einem Jahr von 58 Millionen Franken auf fast überging eine Billion.

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