Die deutsche Wirtschaft kann mit Frankreich nicht mithalten

Es ist wieder der BIP-Tag der Eurozone und die gerade veröffentlichten deutschen BIP-Daten zeigen, dass der private Konsum allein nicht ausreicht, um mit dem rasanten Wachstum von Volkswirtschaften wie Frankreich Schritt zu halten. Störungen in der Lieferkette werden sich verzögern, wenn die deutsche Wirtschaft wieder auf das Vorkrisenniveau zurückkehrt.

Das Wachstum ist nicht stark genug. Wirtschaft Deutschland wuchs im dritten Quartal um 1,8 % gegenüber dem Vorquartal, so eine erste Schätzung des Statistischen Bundesamtes. Das BIP-Wachstum im 2. Quartal wurde leicht auf 1,9% gegenüber dem Vorquartal nach oben korrigiert. Im Jahresverlauf wuchs die Wirtschaft um 2,5 %. Die BIP-Komponenten werden erst Ende November veröffentlicht, aber laut den verfügbaren monatlichen Daten und der Pressemitteilung des Census Bureau wurde das Wachstum hauptsächlich vom privaten Konsum getragen.

Diese Zahlen wecken Erinnerungen an 2018 und 2019, als eine Reihe einmaliger Faktoren eine starke Wirtschaft im Wesentlichen in die Knie zwangen. Diesmal waren es die Reibungen in der Lieferkette, die die Wachstumsleistung der deutschen Wirtschaft untergruben. Während der Konsum der privaten Haushalte und der Dienstleistungssektor nach der Eindämmung erneut von einer vollständigen Erholung profitierten, stagnierte die Industrieproduktion erneut.

Probleme in der Lieferkette, steigende Energiepreise und ein plötzlicher Anstieg der Inflation lassen nichts Gutes für die kurzfristigen Aussichten verheißen. Tatsächlich könnte die deutsche Wirtschaft im letzten Quartal des Jahres zum Stillstand kommen, wenn steigende Inflation und Reibungsverluste in der Lieferkette nicht nur die Industrieproduktion verzerren, sondern auch den privaten Konsum beeinträchtigen. Damit wird die deutsche Wirtschaft nach vielen anderen Volkswirtschaften der Eurozone voraussichtlich erst Anfang nächsten Jahres wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Die große Steuererhöhung, von der im vergangenen Jahr fast alle sprachen und die Deutschland schneller als die meisten anderen Länder aus der Epidemie herauskommen lassen sollte, ist der Kettenreibung in der globalen Versorgung zum Opfer gefallen.

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Kurzfristig deuten starke Fundamentaldaten jedoch auf eine starke Erholung der deutschen Wirtschaft im Jahr 2022 hin, sobald die weltweiten Lieferkettenfriktionen allmählich verschwinden. Denken Sie an die vollen Auftragsbücher der Branche, die Stärke des Arbeitsmarktes und die überschüssigen Ersparnisse. Deshalb erwarten wir nach einem schwachen Jahr 2021 mit 2,5% BIP-Wachstum eine Beschleunigung der deutschen Wirtschaft auf rund 4,5% im Jahr 2022.

Insgesamt bleibt die deutsche Wirtschaft um etwa 1 % unter ihrem Vorkrisenniveau, und angesichts der anhaltenden Reibungen in der Lieferkette und steigender Energiepreise scheint die Wirtschaft erst Anfang 2022 auf das Vorkrisenniveau zurückzukehren. Selbst die stärksten fiskalischen Anreize können die offene Wirtschaft nicht vor Störungen in der globalen Lieferkette schützen.

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