Drei europäische Länder, drei Wege, Diplomaten auszubilden

Wie wird man Diplomat in Europa? Während das Reformprojekt für den gehobenen öffentlichen Dienst des Quai d’Orsay Sorgen bereitet, stellen wir die Situation von drei Ländern mit unterschiedlichen Traditionen vor.

  • In Großbritannien hat das Auswärtige Amt „Oxbridge“

Mitglieder des britischen diplomatischen Korps werden oft als separate und sorgfältig ausgewählte Elite angesehen. Es herrscht eine sehr ‚Oxbridge‘-Atmosphäre [Oxford-Cambridge], mit vielen Netzwerken“, erklärt ein ehemaliger Mitarbeiter, der Anonymität wünscht und einen College-Job bevorzugen würde. Er weist darauf hin, dass die Einstiegsgehälter sehr niedrig sind (rund 35.000 Euro pro Jahr) und es oft ein Jahrzehnt dauert, bis man den ersten Job im Ausland bekommt: „Es zieht diejenigen an, die bereits Geld haben.“

Um in das Außenministerium einzutreten, insbesondere das renommierte „Schnelle Sendung“, die den besten Artikeln zugeteilt werden, ist es grundsätzlich erforderlich, an dem vom Büro für den öffentlichen Dienst organisierten Wettbewerb teilzunehmen. Dies gilt für den gesamten öffentlichen Dienst für schriftliche Prüfungen, ist jedoch bei den mündlichen Anhörungen zwischen Beamten und Diplomaten getrennt.

Die Kandidaten kämen aus einer etwas größeren Gruppe als in Frankreich, bemerkt Peter Ricketts, der ehemalige britische Botschafter in Paris, der seine gesamte Karriere im Auswärtigen Amt verbracht hat: „Da es kein ENA-artiges Vorbereitungssystem gibt, kommen die Bewerber entweder direkt von den Hochschulen oder bewerben sich mehrere Jahre nach einer anderen Karriere.“

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Eine andere Möglichkeit, formell in den diplomatischen Dienst einzusteigen, besteht darin, eine Stelle im Außenministerium zu finden, die durch einfache Bewerbung eingestellt wird, dort für zwei Jahre zu arbeiten und sich dann auf eine offizielle Stelle zu bewerben.

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Das Außenministerium steht seit einem Jahrzehnt unter starkem Haushaltsdruck, um die Lohnkosten zu senken. Im Ausland werden immer mehr Arbeitsplätze durch lokales Recruiting geschaffen, nicht durch Expatriates. Und wenn es kein Startfenster wie dieses gibt, bekommen viele nicht die gewünschte Beförderung oder den Job, für den sie sich bewerben, und scheiden schließlich aus.

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  • In Spanien ein wenig akzeptiertes Reformprojekt

In Spanien gibt es nur einen Studiengang, um Diplomat zu werden: die sehr traditionsreiche Spanish Diplomatic School (ED), gegründet 1942. Sie wird über eine Auswahlprüfung aufgenommen, und dafür braucht man einen Hochschulabschluss. Die Anzahl der Plätze variiert je nach Bedarf des Außenministeriums. 2021 wurden nur 37 Plätze aufgerufen, 2020 35.

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