Um eine Rationierung zu vermeiden, müsste Deutschland seinen Verbrauch um 20 % drosseln

Deutschland, das einen Teil seiner russischen Vorräte verloren hat, musste seinen Gasverbrauch um ein Fünftel drosseln, um friedlich durch den Winter zu kommen. „Wenn wir dieses Ziel nicht erreichen, riskieren wir, dass uns das Gas ausgeht“, warnte die Regulierungsbehörde. Finanzzeiten.

Deutschland, das im nächsten Winter von einer großen Energiekrise bedroht ist, muss seinen Gasverbrauch um 20 % senken, hieß es am Sonntag. Finanzzeiten Klaus Müller, Leiter der Bundesnetzagentur (BNA). „Wenn wir dieses Ziel nicht erreichen, riskieren wir, dass uns das Benzin ausgeht“, warnte er.

Neben diesen Einsparungen benötigt Deutschland laut Klaus Müller zusätzlich 10 Gigawatt Gas, um die fehlende Menge aus Russland auszugleichen, da die Gaspipeline Nord Stream seit Mitte Juni nur noch zu 20 Prozent ausgelastet ist. Das sind 9 % des derzeitigen Verbrauchs des Landes. Dabei setzt die führende europäische Volkswirtschaft auf verflüssigtes Erdgas (LNG) aus den USA, ist aber auf Gasimporte aus anderen europäischen Ländern angewiesen.

Der Verzicht auf russische Lieferungen würde einige Industrieunternehmen jenseits des Rheins langfristig schwächen, sagt Klaus Müller, denn „extrem hohe Gaspreise“ „Da Gas teurer wird, könnte ein Teil der Produktion aus Deutschland verlagert werden“, warnte er.

Die Gefahr der Rationierung

Aus Angst vor Gasengpässen in den kommenden Monaten hat die Bundesregierung bereits zur Mäßigung aufgerufen. Am Wochenende hat das Wirtschaftsministerium allen Unternehmen befohlen, die Temperatur in ihren Räumlichkeiten in diesem Winter auf nicht mehr als 19 Grad zu senken.

Deutschland ist bereits in Phase 2 seines Gasnotfallplans eingetreten, die aus drei Phasen besteht. Wenn Phase 3 erreicht wird, wird Gas an Industriebetriebe geliefert. Die BNA ist dann dafür verantwortlich, Aktivitäten zu identifizieren, bei denen das Angebot reduziert wird.

„Man muss versuchen zu verstehen, welche Auswirkungen eine Gassperre auf die Lieferkette wichtiger Produkte für manche Unternehmen hätte, welche Auswirkungen das auf Arbeitsplätze, Produktion, Wertschöpfungsketten hätte“, unterstrich Klaus Müller.

Bau von LNG-Terminals

Auch Deutschland kann sich auf seine Gasreserven verlassen. Derzeit sind die Tanks zu 75 % gefüllt, sollten aber bis zum 1. Oktober zu 85 % und bis zum 1. November zu 95 % gefüllt sein. Selbst wenn sie zu 100 % gefüllt wären, würden diese Speicher bei einer vollständigen Unterbrechung der russischen Lieferungen und einem relativ milden Winter nur etwa zweieinhalb Monate Gasverbrauch darstellen.

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Europas größte Volkswirtschaft will bis zum Sommer 2024 dauerhaft auf russisches Gas verzichten. Um dies zu erreichen, sucht die Regierung nach neuen Bezugsquellen, insbesondere nach LNG. Vier schwimmende LNG-Terminals wurden gemietet und drei Projekte zum Bau dauerhafter Terminals haben bereits begonnen.

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