UN ruft zur Bekämpfung der Holocaustleugnung auf | international | DW

Am 20. Januar 1942, auf der sogenannten Wannsee-Konferenz, trafen sich Dutzende hochrangiger Nazi-Funktionäre in einer Villa in Berlin, um die Vernichtung der Juden zu planen und die Umsetzung der Endlösung der Judenfrage zu erörtern.

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An diesem Donnerstag, dem 20. Januar 2022, 80 Jahre später, verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, in der alle Nationen aufgerufen werden, gegen die Leugnung des Holocaust, den Völkermord an sechs Millionen Juden in Europa durch die Nazis und ihre Unterstützer, zu kämpfen. während des Zweiten Weltkriegs.

Gefahren der „fernen Erinnerung“

„Heute leben wir in einer Zeit, in der Fantasie Wirklichkeit wird und der Holocaust eine ferne Erinnerung ist“, sagte Gilad Erdan, Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen.

Israel, das zusammen mit Deutschland diese Resolution unter der Schirmherrschaft der Beteiligung von 114 der 193 Staaten der Vereinten Nationen umgesetzt hat.

Der Text ist jedoch unverbindlich. Sie beinhaltet keine rechtliche Verpflichtung gegenüber den Staaten. Es ist eine Ermutigung, Holocaustleugnung und Antisemitismus vorzubeugen, die besonders in sozialen Netzwerken verbreitet sind.

Die Entscheidung fordert auch Webgiganten wie insbesondere Facebook und Twitter auf, wirksamere Maßnahmen zu ergreifen.

Es ist auch ein Aufruf, neue Schullehrpläne für Länder zu entwickeln, um historische Stätten, die mit dem Holocaust in Verbindung stehen, wie Konzentrationslager, für Gedenk- und Bildungszwecke zu bewahren.

globales Phänomen

„Diese Entscheidung sollte ein Zeichen der Hoffnung und Inspiration für alle Nationen und alle Gesellschaften sein, die sich für Vielfalt und Toleranz einsetzen, die nach Versöhnung streben und die anerkennen, dass das Gedenken an den Holocaust notwendig ist, damit sich solche Verbrechen nie wiederholen“, heißt es in einer unterzeichneten Erklärung von den Botschaftern Israels und Deutschlands.

In diesem Artikel glauben die beiden Diplomaten, dass der Holocaust immer noch geleugnet oder dem Relativismus zugeschrieben wird und dass es sich um ein allgemeines und globales Phänomen handelt, das nicht nur durch Extremismus getrieben wird.

Eine Sorge, die auch die deutsche Außenministerin Annalena Barbock teilt, die mit ihrem israelischen Amtskollegen auch „Vergleiche zwischen aktuellen politischen Konflikten und dem Holocaust“ angeprangert hat, wie sie regelmäßig in Verschwörungstheorien über Impfkampagnen gegen Covid-19 zu sehen sind.

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