Vivendi – Beobachtungsstelle für multinationale Unternehmen

Vivendi ist ein Mischkonzern der Informations-, Unterhaltungs- und Kulturbranche, der sich als einer der weltweit führenden „Content Provider“ präsentiert. Es kombiniert Aktivitäten in den Bereichen Medien (Magazinjournalismus, Fernsehen mit der Gruppe Canal +), Werbung (Havas), Videospiele (Gameloft) und sogar Verlagswesen (Editis, dann Hachette). Außerdem hält sie Anteile an der kürzlich an die Börse gegangenen ehemaligen Tochtergesellschaft Universal Music und an der Lagardère-Gruppe.

Die aktuelle Vivendi-Gruppe wurde in den 1990er Jahren gegründet, als die ehemalige Générale des Eaux unter der Schirmherrschaft von Guy Dejouany und dann Jean-Marie Messier die unerwarteten Gewinne aus der Privatisierung öffentlicher Dienste nutzte, um in die Kulturindustrie zu expandieren. Die daraus resultierende Krise in den frühen 2000er Jahren führte zu einer erneuten Trennung von Umweltaktivitäten (unter dem Namen Vivendi Environment, jetzt Veolia) und Medien- und Unterhaltungsaktivitäten.

2014 übernahm der Milliardär Vincent Bollory die Kontrolle über den Konzern, an dem er einige Jahre zuvor Anteile erworben hatte. In der Zwischenzeit wird Vivendi seine Kommunikationsaktivitäten verkaufen und sich schrittweise wieder auf die Produktion von „Inhalten“ auf verschiedenen Kanälen (Buch, Presse, Fernsehen, Videospiele, Musik und Kino) konzentrieren. Diese Strategie verstärkt die dominante Position von Vincent Bollory in der bereits etwas fokussierten französischen Medien- und Verlagsbranche. Bei den Wahlen 2022 stellte der Milliardär einen Teil dieser Kultur- und Medienmaschinerie in den Dienst des rechtsextremen Kandidaten Eric Zemmour.

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