Angesichts der Inflation schlägt Berlin „koordinierte Aktionen“ mit den Sozialpartnern vor

Die deutsche Inflation erreichte im Mai 7,9 %, den höchsten Stand seit 1973. Dieser Anstieg, der sich hauptsächlich auf die Energiepreise auswirkt, ist für Einwohner und Unternehmen zu einer großen Sorge geworden. So dringend, dass Bundeskanzler Olaf Schultz einen ungewöhnlichen Vorschlag machte: a „Konsequente Maßnahmen ergreifen“ Mit Staat und Sozialpartnern sollen Preissteigerungen reduziert werden. Diese Initiative überrascht. Es ist ein Angriff auf ein Grundprinzip sozialer Beziehungen in der Wirtschaft in Deutschland: Tarifunabhängigkeit, das heißt, der Staat muss sich nicht in Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften einmischen.

Lesen Sie auch: Dieser Artikel ist unseren Abonnenten vorbehalten In Deutschland wird die Umstellung auf Strenge bestätigt

Mittwoch 1Vers Juni, in einer Rede vor dem Parlament, machte die Kanzlerin diese Idee deutlich, achtete jedoch darauf, ihre Reichweite zu begrenzen. Verwandt „Gezielter Einsatz im Ausnahmefall“, wies darauf hin. Die Idee ist, die Folgen der Inflation möglichst gerecht unter den Wirtschaftsakteuren zu verteilen. Auch wenn diese Art von Treffen in Frankreich üblich zu sein scheint, widerspricht sie der deutschen Tradition, wo die Höhe der Löhne aus einer stark verschlüsselten Auseinandersetzung zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften resultiert, die in diesen Verhandlungen die Grundlage ihrer Legitimität und Macht sehen. .

Es gibt keine übertriebene Begeisterung

Es überrascht nicht, dass die Sozialpartner von der Begeisterung nicht überwältigt zu sein schienen. „Gehaltsverhandlungen werden nicht im Kanzleramt geführt“, Yasmine Fahimi, die neu gewählte Präsidentin des Großen Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB, antwortete. Zwei Gewerkschaften äußerten ausdrücklich Vorbehalte. Die Kanzlerin könnte das Gegenteil behaupten, ein solches Vorgehen sei ein Angriff auf die Tarifunabhängigkeit. Schon der Aufruf zeigt, dass von uns Zurückhaltung bei unseren Lohnforderungen erwartet wird“, Er protestierte gegen Christian Leroche, ein Vorstandsmitglied der Verkehrsgewerkschaft EVG. Die IG Metall, die derzeit über die große Verhandlungsrunde im Herbst für 3,9 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie verhandelt, hoffte dies am Donnerstag Gehaltserhöhung netto.

Aus Sicht der Regierung scheint die aktuelle Situation den Missbrauch des Tabus der Zollunabhängigkeit vorübergehend zu rechtfertigen.

Warum sollte Olaf Schultz, dessen Partei traditionell den Gewerkschaften nahe steht, Ärger über Organisationen riskieren, die auch in der Vergangenheit ihre Fähigkeit bewiesen haben, mit Arbeitgebern vernünftige Kompromisse zum Schutz der Beschäftigung zu erzielen? Angesichts der vom Finanzminister (Christian Lindner, ein Liberaler) in den letzten Tagen angesprochenen Risiken will die Kanzlerin offenbar schnell handeln: das Risiko einer schwer zu kontrollierenden Inflationsspirale in einem sehr fragilen wirtschaftlichen Umfeld. Für Olaf Schultz sind die anstehenden Verhandlungen ein wichtiger Bestandteil der Kernfrage: Setzt sich die Inflation durch? Er glaubt, dass Sonderzahlungen, wie sie kürzlich in der Chemiebranche verhandelt wurden, dauerhafte Erhöhungen vermeiden können.

Siehe auch  Die Wirtschaftsprognose der Europäischen Kommission zum Programm für Montag, die man morgen nicht verpassen sollte

Sie haben noch 29,73 % dieses Artikels zu lesen. Das Folgende ist nur für Abonnenten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.