Anleger wundern sich – Bonhôte-Börsenblitz

Moderate Fortschritte an den Finanzmärkten. Die konjunkturellen Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben negativ.

Die Finanzmärkte erholten sich letzte Woche weiter, wenn auch in bescheidenem Maße, insbesondere aufgrund starker makroökonomischer Daten und Kommentare von Mitgliedern der Federal Reserve, die eine schnelle Rückkehr zu einer entgegenkommenderen Geldpolitik verschoben. Somit untergräbt die Verbreitung widersprüchlicher Signale das wiederhergestellte Vertrauen der Anleger.

Dann blieben die Anleiherenditen relativ stabil, wobei der Zinssatz für 10-jährige US-Staatsanleihen um 3,8 % und für deutsche Bundesanleihen um 2 % schwankte.

Wenn die Verlangsamung der steigenden Erzeugerpreise in den USA von 8,5 % in einem Jahr im September auf 8 % im Oktober die Stimmung bestätigt, dass die US-Notenbank den Umfang der nächsten Zinserhöhungen reduzieren kann, wird sie dies umso stärker tun sein. Der erwartete Anstieg der Einzelhandelsumsätze für den Monat Oktober mit einem Plus von -1,3 % insgesamt und +1,3 % ohne den Automobil- und Energiesektor ließ bei den Beteiligten Zweifel aufkommen.

Unterdessen fiel die Industrieproduktion im Oktober auf -0,1 %, während ein Anstieg um +0,1 % erwartet wurde, wobei die Kapazitätsauslastung auf 79,9 % nach 80,1 % im September fiel, was die anhaltende Verlangsamung der Wirtschaft unterstreicht.

Im Immobiliensektor setzt sich die Talfahrt fort, wobei die Verkäufe bestehender Eigenheime in den USA im Oktober den neunten Monat in Folge zurückgingen, oder -5,9 % mit einer Jahresrate auf 4,43 Millionen Einheiten.

In Bezug auf die Beschäftigung gingen die Arbeitslosenanträge für die Woche vom 12. November mit 222.000 gegenüber der Prognose von 228.000 leicht zurück, was wiederum die Marktstärke widerspiegelt.

Vor diesem Hintergrund beendete der S&P 500 die Woche +0,61 % höher, während der Nasdaq Technology Index, der empfindlicher auf Preiserwartungen reagiert, um -0,27 % fiel. Der Eurostoxx 50 Index stieg um 2,21 %, angetrieben von der attraktiven Bewertung und niedrigeren Energiepreisen.

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In Europa ist der ZEW-Index Deutsches Wirtschaftsklima im November erneut gestiegen. Allerdings bleiben die konjunkturellen Aussichten für die deutsche Wirtschaft deutlich negativ und die Inflation in Europa verharrt bei 10,6 %.

Die US-Wirtschaftsindikatoren dieser Woche (PMI für November) und das Protokoll der letzten Sitzung der Federal Reserve werden erneut von Interessengruppen veröffentlicht.

Grundlagen in Kürze

Auf dem Weg in die Rezession in den USA?

Das Jahr 2022 ist geprägt von der Rückkehr positiver Zinsen und der Umkehrung der Zinskurve in den Vereinigten Staaten. Letzteres schwankt auf seit Jahren nicht mehr gesehenen Niveaus, von 1,51 % bis 3,80 % seit zehn Jahren und von 0,73 % bis 4,52 % seit zwei Jahren, mit Spitzenwerten von 4,23 % bzw. 4,52 %.

Die Trendwende bei den Renditen von US-Staatsanleihen, die eine Rezession signalisiert, hat historische Niveaus erreicht, wobei die zweijährige Rendite letzte Woche um 72 Basispunkte gegenüber der zehnjährigen Rendite gestiegen ist, die größte Lücke, die seit vier Jahrzehnten verzeichnet wurde.

Noch besorgniserregender ist, dass die 10-Jahres-Rendite in den letzten zwei Wochen unter der 3-Monats-Rendite schwankte, ein Phänomen, das vor jeder der letzten acht Rezessionen seit 1979 auftritt. Diese Inversion der Zinskurven zeigt, dass die Fed sehr gut ist aggressiv in seiner Verschärfung. Die Aggressivität, die letzte Woche in den Reden der verschiedenen Mitglieder der US-Notenbank verkörpert wurde. James Bullard, Präsident der Federal Reserve Bank von St. Louis, sagte, die Zinssätze sollten in einer Bandbreite von 5 bis 7 % steigen, um die Inflation einzudämmen, während er auf das Risiko weiterer finanzieller Belastungen hinwies. Seine Worte zerstörten die Hoffnungen auf eine abrupte Kehrtwende der US-Notenbank und veranlassten die Märkte, ihre Zinserwartungen nach oben zu revidieren.

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Nach der Geschichte der Zinskurve deutet alles darauf hin, dass die größte Volkswirtschaft der Welt kurz vor dem Schrumpfen steht. Es liegt nun an der Federal Reserve, sie so gut wie möglich zu verwalten, um sicherzustellen, dass sie kurzfristig ist.

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