Deutschland will Tausende Migranten, die nicht abgeschoben werden können, regularisieren

Berlin will Zuwanderern, die seit mehr als fünf Jahren in Deutschland in einer Duldung leben, eine langfristige Aufenthaltserlaubnis ermöglichen. Mehr als 100.000 Menschen werden betroffen sein.

Bundesinnenministerin Nancy Visser hat gerade einen neuen Gesetzentwurf eingebracht, der es einigen in Deutschland lebenden Einwanderern ermöglichen würde, eine langfristige Aufenthaltserlaubnis zu erhalten.

Der Gesetzentwurf ist Teil einer Reihe von Einwanderungsvorschlägen, die der Minister vor der Sommerpause des Parlaments vorlegen will.

Über diese Vorschläge kann dann bei der Wiederaufnahme des Parlaments im Frühherbst abgestimmt werden.

Wer ist berechtigt?

Der Gesetzentwurf richtet sich an Zuwanderer, denen vom deutschen Staat eine Duldung ausgestellt wurde. Duldung ist ein „geduldeter Aufenthalt“ und führt zu einer befristeten Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. Sie wird in der Regel ausgestellt, weil der Ausweisung einer Person, der kein internationaler Schutz zuerkannt wurde, Hindernisse entgegenstehen. Diese Hindernisse können ein Mangel an Blättern oder eine schwere Krankheit sein. Die Zusage, Deutschland zu verlassen, bleibt jedoch bestehen.

Es gibt verschiedene Arten von Duldungen. Die Bedingung kann auch für Frauen gelten, die schwanger sind oder sich in Ausbildung oder Ausbildung befinden.

Duldungs ​​Besitzer bleibt in der „Ausreisepflicht“, ist in Duldung | zu lesen Foto: Wolfgang Kumm / dpa / picture-alliance

Diese Aufenthaltserlaubnis ist nur für kurze Zeit gültig, kann aber verlängert werden. So werden viele Duldungen an einen Einwanderer ausgestellt. Manche leben mit dieser Situation schon seit mehreren Jahren in Deutschland, haben einen Job, sind aber noch unsicher über die Möglichkeit einer Abschiebung.

Die Bundesregierung ist nun der Meinung, dass Menschen, die mit einer Duldung mehr als fünf Jahre in Deutschland verbracht haben, ihr Leben in Deutschland langfristig planen können sollten. Wenn das Parlament dem Gesetzentwurf zustimmt, könnten mehr als 100.000 Einwanderer für das Regularisierungsprogramm in Frage kommen.

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Integration und finanzielle Unabhängigkeit

Nach Angaben der deutschen Berliner Zeitung wird berechtigten Einwanderern zunächst eine einjährige Aufenthaltserlaubnis erteilt. Sie müssen dann nachweisen, dass sie Deutsch gelernt haben und finanziell für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Nach diesem „Probejahr“ können sie eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erhalten.

Personen, die eine Straftat begangen haben, kommen nicht für das Programm in Frage, ebenso wie Personen, die sich bei den Behörden falsch ausweisen, um eine Abschiebung zu vermeiden.

Schließlich enthält dieses neue Gesetz laut Berliner Zeitung auch einen Abschnitt, der darauf abzielt, die Ausweisungsbefugnisse der deutschen Behörden zu stärken.

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Die einwanderungsfreundliche NGO Pro Asyl begrüßte den Vorschlag der Regierung und sagte, die Zahl der potenziellen Empfänger sei übertrieben.

Kritik an der Opposition

Die konservativen Oppositionsparteien CDU/CSU kritisieren dieses Gesetz. Der Abgeordnete Ralph Brinkhaus prangerte in den Kolumnen der Wochenzeitung Der Spiegel die Politik an, Menschen, die ohne Schutzbedürftigkeit nach Deutschland gekommen seien, glauben zu machen, dass sie langfristig in Deutschland bleiben könnten.

Deutschland setzt stark auf Sprachkurse zur Integration von Flüchtlingen |  Foto: Marcus Schulz/Picture Alliance
Deutschland setzt stark auf Sprachkurse zur Integration von Flüchtlingen | Foto: Marcus Schulz/Picture Alliance

Alexander Thom, der innenpolitische Sprecher der CDU, betont, dass dieser Gesetzentwurf ein zusätzlicher Anreiz für illegale Einreisende sei. Für den Abgeordneten „bricht das Gesetz mit den Grundsätzen der Verwaltung, Kontrolle und Begrenzung der Einwanderung“. Alexander Thom spricht von einem „falschen Signal“ an Menschen ohne Anspruch auf internationalen Schutz, das illegale Einwanderung nur fördern würde.

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Demgegenüber verteidigt sich die Regierung mit dem Hinweis, dass Zehntausende Zuwanderer, die 2015 nach Deutschland kamen, denen kein Asyl gewährt wurde, mittlerweile gut im Land integriert sind und einen Arbeitsplatz haben, während die deutsche Wirtschaft unter einem erheblichen Mangel an Arbeitsmitteln leide Arbeitskräfte. .

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mit KNA, dpa, AFP

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