Deutschland wiederum wird aus dem Energiepakt-Vertrag aussteigen

Dem 1994 unterzeichneten Text wird vorgeworfen, Klimaambitionen zu blockieren.

Die Bundesregierung kündigte am Freitag an, dass Deutschland nach Frankreich, Spanien und den Niederlanden seinerseits aus dem 30 Jahre alten Energiepakt-Vertrag aussteigen wird, dem vorgeworfen wird, Klimaambitionen zu blockieren.

„Wir richten unsere Handelspolitik konsequent auf Klimaschutz aus und steigen damit aus dem Energiecharta-Vertrag aus“, sagt die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, Francesca Brantner, in einer Pressemitteilung.

Vertrag 1994 unterzeichnet

„Dies ist ein wichtiges Signal an die Klimakonferenz der Vereinten Nationen“, die derzeit in Sharm El-Sheikh (Ägypten) stattfindet, der 27. Sitzung der Vertragsstaatenkonferenz, fügt sie hinzu. Die parlamentarischen Blöcke der regierenden Koalitionsparteien Sozialdemokraten, Grüne und Liberale haben diesem von der Regierung vorgeschlagenen Ausstieg am Freitag grünes Licht gegeben.

Gleichzeitig einigten sie sich darauf, das Handelsabkommen CETA mit Kanada zu ratifizieren.

Der Energiechartavertrag (ECT) wurde 1994 am Ende des Kalten Krieges unterzeichnet, um Investoren in osteuropäischen Ländern und der ehemaligen Sowjetunion Garantien zu geben.

Durch die Zusammenführung der Europäischen Union und etwa fünfzig Ländern ermöglicht es Unternehmen, vor einem speziellen Schiedsgericht eine Entschädigung von einem Land zu fordern, dessen Entscheidungen und regulatorisches Umfeld die Rentabilität ihrer Investitionen beeinflussen – selbst wenn es sich um eine klimafreundliche Politik handelt.

Auch Spanien, die Niederlande und Frankreich kündigten ihren Ausstieg an

Ein Fall mit Symbolcharakter: Nach der Verabschiedung eines niederländischen Gesetzes, das Kohle bis 2030 verbietet, fordert der deutsche Energiekonzern RWE von Den Haag 1,4 Milliarden Euro, um seine Verluste an einem Blockheizkraftwerk auszugleichen.

Italien wurde im September zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 180 Millionen Euro an den britischen Ölkonzern Rockhopper verurteilt, weil dieser eine Genehmigung für Offshore-Bohrungen verweigert hatte. Auch die deutsche Encavis AG hat Klagen gegen Frankreich eingereicht, nachdem die Einspeisevergütung für Photovoltaikstrom im Jahr 2020 angepasst wurde.

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Mehrere Länder – Spanien, die Niederlande und Frankreich – haben kürzlich ihren Austritt aus dem Vertrag angekündigt.

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