Deutschland: Wird die Regierung von Olaf Schulz die Krise beenden?

Die diplomatische Krise zwischen Marokko und Deutschland dauert seit mehr als sieben Monaten an, ohne dass es positive Anzeichen für einen Durchbruch zwischen den beiden Ländern gibt. Am 6. Mai zögerte das Königreich nicht, seinen Botschafter in Berlin abzuberufen, nachdem es vor dem Hintergrund von Rabats Protesten gegen „die Zunahme von Feindseligkeiten und Aggressionen gegen marokkanische Interessen“ alle Kontakte zur deutschen Botschaft in Rabat eingestellt hatte. Eine Pressemitteilung des US-Außenministeriums, auf die damals verwiesen wurde.

Tatsächlich scheint die Krise noch lange nicht vorbei, was die Aussagen des Chefs der marokkanischen Diplomatie, Nasser Bourita, belegen. Bei seinem Auftritt vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung und Aufklärung über Minenrisiken in der Beraterkammer erkannte der Minister die Notwendigkeit an, die bilateralen Beziehungen zu Deutschland, einem sehr einflussreichen Land in der Europäischen Union, grundlegend neu zu definieren.

Für ihn bedarf es grundlegender Arbeit, um klare neue Beziehungen zu Berlin aufzubauen, die auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruhen. Dies deutet darauf hin, dass die Bundesregierung noch einen langen Weg vor sich hat, den aktuellen Streit umzudrehen.

Neuer Bericht zu Dank an Berlin

Nasser Bouritas entschiedene Äußerungen folgen dem Durchsickern eines neuen Schwefelberichts, der dem deutschen Auswärtigen Geheimdienst (BND) zugeschrieben wird und der die deutsche Feindschaft gegenüber dem von der Diplomatie dieses Landes als Dogmatismus etablierten Königreich deutlich macht.

Deutschland sieht die Entstehung Marokkos und seine wesentliche Rolle im Maghreb und in Afrika düster. Das verstehen wir jedenfalls unter der Lektüre dieses Berichtes, der von den deutschen Behörden noch nicht bestätigt oder dementiert wurde. Die diplomatischen Siege Marokkos in der Sahara-Frage und das neue Bündnis mit Israel wecken große Unzufriedenheit bei deutschen Strategen, die, wie das Dokument deutlich macht, „keine neue Türkei im westlichen Mittelmeer“ wollen.

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Ein Satz, der viel über die Wahrnehmung Marokkos durch den deutschen Geheimdienst aussagt, die das Königreich als potenzielle Störquelle für Europa im Maghreb einbezieht. Lassen Sie uns hier anmerken, dass der Vergleich mit der Türkei, die zu ihren europäischen Nachbarn widersprüchliche Beziehungen unterhält, ziemlich verblüffend ist.

Welche Zukunft mit der neuen deutschen Regierung?

Die Krise mit Deutschland kommt in den letzten Tagen der Regierung von Angela Merkel, die in wenigen Tagen die Macht abgeben wird. Die Ankunft einer neuen linken Koalition, angeführt von den Sozialdemokraten der Sozialdemokratischen Partei, die mit den Grünen und den Liberalen verbündet ist, wirft mehrere Fragen zur zukünftigen Position Deutschlands gegenüber Marokko auf.

Angesichts ihrer linken Tendenz wäre es offen zu glauben, dass die neue Regierung um den Sozialisten Olaf Scholz zumindest in der Sahara-Frage Marokko weniger feindselig gegenüberstehen wird als ihre Vorgängerin. Es komme darauf an, wer das Außenministerium übernimmt, erklärt Emmanuel Dupuy, Leiter des Instituts für Zukunft und Sicherheit in Europa.

Die neue Kanzlerin muss der Position der Grünen Rechnung tragen, ihrem wichtigsten Verbündeten in der Regierung und der zweiten politischen Kraft in der Koalition mit 118 Sitzen im Bundestag. Die Grünen sind jedoch für ihre Unterstützung der Polisario-Front bekannt, die die Beziehungen zu Marokko in einem ähnlichen Szenario wie Podemos in Spanien weiter erschweren könnte.

Jedenfalls scheint die emphatische Berlin-Feindschaft eine Vision eines Staates zu sein, der von machtnahen Thinktanks befeuert wird und politische Gräben überwindet. Erinnern wir uns daran, dass der im vergangenen Juli veröffentlichte Bericht der „Stiftungwissenschaftundpolitik“ dem Deutschen Bundestag empfahl, die so genannte „Marokko-Hegemonie im Maghreb“ einzudämmen.

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